Das Spaltbohlenhaus war über Jahrhunderte die normale Art und Weise ein Haus zu bauen. Dazu wurden Pfosten aus Baumstämmen gewonnen und sowohl als Vollrund als auch als Spaltbohle bis über einen Meter tief in den Boden eingegraben. Zusammengesuchte Steine verkeilten dabei oft den Bau in den Gruben und schließlich wurde das ausgehobene Erdreich wieder möglichst stark um den Pfosten verdichtet. Unter den Pfosten des Spaltbohlenhauses liegen solche Steine, verkeilt wurden die Stämme jedoch nicht. Die nachfolgenden Hochwässer des Winters und Frühjahrs 2008 sorgten hingegen wohl für hinreichende Verdichtung.

Gut die Hälfte der Spaltbohlen, aus denen die Wände des Hauses bestehen werden, sind bereits in Adventon zum Trocknen „aufgehängt”. Ein vorläufiges Dach aus Plane hilft, das Abtrocknen des schweren Holzes im Wind zu erleichtern. In den Wochen bis zum 18. April arbeiteten der Wagner und die Handwerkshelfer daran, einen ordentlichen Baufortschritt zeigen zu können.

Der Baubeginn 2008
Spaltbohlenherstellung

Der Wagner ist in der Zwischenzeit keineswegs ausschließlich mit Kinderwagen schieben beschäftigt, sondern sorgt im Wald für Nachschub am Bau des Spaltbohlenhauses. Mit Keilen wird der mächtige Stamm nach der Entastung geteilt. Der Wuchs des Baumes sorgt dabei für mehr oder manchmal auch weniger gerade Flächen an den fertigen Spaltbohlen.

Was wird wohl eher fertig sein – die Äpfel am Baum oder das Spaltbohlenhaus?
Auch die mittelalterlichen Handwerker dürften einige Zeit zum Bau des Hauses gebraucht haben, gab es ja zu dieser Zeit noch keinen Baumarkt um die Ecke.
Oder eben doch, in Form des nächsten Waldes (siehe unten).

Das Spaltbohlenhaus 2009
Die Spaltbohlenherstellung
April 2010

Spaltbohlen werden aus dem vollen Stamm gewonnen. Im ersten Schritt wird der Stamm mit Eisenkeilen halbiert. Die entstehenden Hälften werden zuerst geviertelt und dann weiter geteilt, bis dünne Bretter und Bohlen entstehen. Bei der Spaltbohlenherstellung wird immer auf den Kern zugearbeitet, wie wenn man eine Torte aufschneidet.
Dieser Stamm mit ca. 60 cm Durchmesser ergab 24 Bohlen und somit können 5 m Wand im Spaltbohlenhaus geschlossen werden.

Der richtige Dachstuhl
Mai 2010

Nachdem wir zwei Jahre mit provisorischem Dachstuhl mit Plane gelebt haben, die sich schlussendlich im Wind verabschiedet hatte, müssen wir nun ein solides Dach bauen. Da unser richtiges Dach mit Schindeln gedeckt wird, können wir einen breiten Sparrenabstand von 1,50 m bauen. Diese Bauweise ist historisch nachgewiesen und wurde im frühen Mittelalter häufig angewand.
Im Moment fehlt noch das fünfte Sparrenpaar, weil darunter ein Drehbohlentor eingesetzt werden soll, das ich erst noch bauen muss.